Als Traglinge bezeichnet man in der Biologie Säugetiere, die von den Eltern (meist der Mutter) regelmäßig am eigenen Körper herum getragen werden


  • Aktive Traglinge: Das Jungtier besitzt Greifreflexe und klammert sich von sich aus am Fell der Eltern fest (z. B. viele Affenarten)
  • Passive Traglinge: Das Jungtier wird passiv transportiert, zum Beispiel im Beutel der Mutter (z. B. Kängurus)

Menschen als Traglinge

Aus evolutionsbiologischer und anatomischer Sicht gehören auch Menschenbabys zu den aktiven Traglingen. 

 

  • Anatomie: Wird ein Baby hochgehoben, zieht es unwillkürlich die Beine an und nimmt die sogenannte Anhock-Spreizhaltung ein. Diese Haltung ist optimal zum tragen und unterstützt die gesunde Reifung der Hüftgelenke 
  • Reflexe: Der angeborene Greifreflex (wie der Moro-Reflex) ist ein Überbleibsel aus der Evolution, bei dem sich das Neugeborene ursprünglich am Fell der Eltern festhalten sollte
  • Entwicklung: Menschen kommen mit einem unreifen Nervensystem zur Welt. Körperkontakt, Bewegung und Nähe vermitteln ihnen Sicherheit, beruhigen das Nervensystem und fördern die gesunde Entwicklung. Aus diesem Grund lassen sich Babys meist in Tragetüchern oder Tragen so gut beruhigen